5 bittere Wahrheiten für Start-Ups

Coaching für Existenzgründer

Diese Erfahrungen machen alle Existenzgründer. Ihr Produkt oder ihre Dienstleistung ist nicht so neu, wie angenommen. Die Kunden strömen nicht ins Geschäft. Die Familie leidet unter dem Druck. Eine gute Idee wird sehr schnell kopiert, auch mit Patentschutz. Sobald der Erfolg greifbar ist, werden die Angriffe im Wettbewerb härter. Ich kenne keinen Fall in dem das anders war. Erfolgreich ist, wer all das aushalten kann.

Coaching für Existenzgründer
Wann lohnt sich Werbung? In Vorträgen wie hier auf der deGUT Existenzgründer-Messe in Berlin 2011 rechne ich es ebenso vor, wie im persönlichen KfW-Gründercoaching, Foto: der-freundliche-fotograf.de, Nils Bornemann

5 Erfahrungen von Existenzgründern

Die erste Annahme , die sich nach Markteintritt als falsch herausstellt: eine Idee wäre besonders innovativ, exklusiv und einmalig. Verabschiede dich von diesem Gedanken! Am Anfang einer Existenzgründung steht oft eine Idee, die für einmalig gehalten wird. Schon Thomas Edison war mit seiner Glühbirne nicht allein. Mark Zuckerberg von Facebook sieht sich von Anfang an Plagiatsvorwürfen ausgesetzt, mit einem wesentlichen Unterschied zu seinen Gegnern: Er hat sich mit der Idee eines sozialen Netzwerkes im Internet durchgesetzt. Existenzgründer müssen verstehen, dass Innovationen nur sehr selten einmalig sind. Sie sind kein Alleinstellungsmerkmal, denn mit wachsendem Erfolg steigt die Zahl der Nachahmer.

  1. „Gibt’s schon“, oft sogar schon viel besser.
  2. Erste Erfolge finden sofort Nachahmer.
  3. Es gibt anfangs keine oder kaum Kunden.
  4. Es bleibt kaum keine Zeit für ein Privatleben.
  5. Mit dem Erfolg wächst der Neid.

Wenn du bei Punkt 5 bist, hast du es geschafft, könnte man meinen. Aber das ist ein Denkfehler in der Selbständigkeit. Es gibt keinen Punkt, ab dem man „es“ geschafft hat. Was eigentlich? Selbst wer innerhalb kurzer Zeit außergewöhnlich viel Geld verdient, steht in der Verantwortung damit umzugehen, das Unternehmen weiter zu führen oder für sich selbst einen neuen Lebensentwurf zu finden, in dem Geld sich nicht mehr vermehrt, sondern mit berechenbarem Ende verbraucht. Andere bekommen stattdessen Rente.

Tipps für den erfolgreichen Start

Das zentrale Problem, dass sich im Gründercoaching herauskristallisiert ist der Vertrieb. Es geht um die Frage, wie Kunden zum Kauf oder Vertragsabschluss gebracht werden und welche Maßnahmen Kontakte, Vertrauen und Kaufbereitschaft fördern. Nicht wenige Existenzgründer glauben, dass die Welt nur auf sie und ihre Idee gewartet hat. Die bittere Wahrheit: Dem ist nicht so, auf keinen Fall. Es ist besser, anzunehmen, dass niemand auf dich wartet.

Eine Existenz auf beruflicher Selbstständigkeit aufzubauen, erfordert deutlich mehr Anstrengung als im Angestelltenverhältnis. Familie, Hobby, Freunde stehen zwangsläufig hinter den beruflichen Interessen. Die wechselnden Wellen von Erfolgen und Misserfolgen, von Enthusiasmus und Enttäuschung zwingen viele in eine Workaholic-Spirale. Man kann sich allerdings innerlich wappnen. Im Gründercoaching erscheint mir das oft wichtiger als die reine Betriebswirtschaftslehre, deren Theorien in der Praxis nur begrenzt gültig sind. Was sagt eine Jahresbilanz schon über den Erfolg im Leben? Nichts.

Definiere deinen Erfolg selbst!

Erfolg ist nicht objektiv messbar! Gerade für einen Selbstständigen ist der Maßstab entscheidend. Mit wem vergleichst  du dich? Welche Ziele sind mit der Firmengründung oder dem freien Beruf verbunden? Selten erlebe ich hier realistische Aussagen. Während sich die einen in Bescheidenheit üben: „Es reicht mir ja, wenn ich 1.000 Euro ‚raus habe“, bauen andere Luftschlösser: „Das wird die beste Webseite der Welt.“ Das zweite Ziel halte ich sogar für sinnvoller. Wenn jemand das Zeug dazu hat, Google, Facebook und Microsoft Konkurrenz zu machen, warum nicht? Die Internettechnologie von heute ist nicht der Weisheit letzter Schluss in der Datenverarbeitung. Nur wird das ein sehr harter Kampf.

Wer Erfolg hat, wird dadurch nicht beliebter. Auch diesen Gedanken möchte ich dir mit auf den Weg in die Existenzgründung geben. „Neid muss man sich erarbeiten“, ist zwar ein toller Spruch, allerdings muss man Anfeindungen, Tiefschläge und fiese Machenschaften auch aushalten können. In der Wachstumsphase, die hoffentlich nach 2-3 Jahren Anlauf erreicht ist, hört jedes Start-Up auf ein fröhlicher Jugendklub zu sein. Auch innerhalb der Firma gelten klare Hierarchien und Spielregeln. Wer jetzt die Zügel schleifen lässt, setzt sein Unternehmen aufs Spiel.

Warum schreibe ich das so ausführlich? Ich bin nach mehreren Jahren Arbeit mit Existenzgründern davon überzeugt, dass ein Gründercoaching nur dann sinnvoll ist, wenn der Trainer diese und andere Probleme aufdeckt, Stärken und Schwächen des Gründerteams identifiziert und so den langfristigen Erfolg absichern hilft. Knallharte Fragen können unangenehm sein, allerdings sind sie immer günstiger als die eiskalten Antworten im Wettbewerb. Ich freue mich auf deine Gründungsidee. Viel Erfolg!

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